Knusprige Falafel aus dem Airfryer – in 25 Minuten
Außen goldbraun, innen weich und würzig – Falafel aus dem Airfryer sind das Beste, was der pflanzlichen Küche passieren konnte. Ganz ohne Frittieren, mit nur 2 EL Olivenöl.
Von Ludger Zimmermann (Opa) getestet · Aktualisiert:
- 25 Min.Gesamtzeit
- 185 °CTemperatur
- 2–3Portionen
- 100 %Vegan
Warum Falafel aus dem Airfryer so gut gelingen
Falafel sind ein Klassiker der levantinischen Küche – und werden klassisch in heißem Öl frittiert. Der Airfryer macht daraus eine fettarme Alltagsversion: Statt im Ölbad zu schwimmen, werden die Bällchen von heißer Luft umströmt und entwickeln dabei eine goldbraune Kruste – mit nur einem Hauch Olivenöl.
Das Ergebnis: außen knusprig, innen weich und würzig – genau wie das Original. Und mit nur 2 EL Olivenöl für die ganze Portion. Falafel sind vegan, proteinreich und perfekt zum Meal-Prep geeignet.
Opas wichtigster Tipp
Verwende unbedingt getrocknete Kichererbsen und weiche sie über Nacht ein. Kichererbsen aus der Dose sind bereits gekocht und enthalten zu viel Feuchtigkeit – die Falafel würden im Airfryer auseinanderfallen.
Zutaten für 12–14 Falafel (2–3 Portionen)
- Getrocknete Kichererbsen250 g
- Zwiebel (mittelgroß)1 Stück
- Knoblauchzehen3 Stück
- Frische Petersilie (Bund)1 Bund
- Frischer Koriander (Bund)1 Bund
- Kreuzkümmel (gemahlen)2 TL
- Koriander (gemahlen)1 TL
- Backpulver1 TL
- Kichererbsenmehl (oder Weizenmehl)2 EL
- Salz1 TL
- Pfeffer½ TL
- Olivenöl zum Bestreichen2 EL
Einkaufstipp von Opa
Kichererbsen gibt es in jedem Supermarkt – achte auf gleichmäßige Größe und keine dunklen Flecken. Kichererbsenmehl (auch Besan genannt) findest du im Asia-Laden oder gut sortierten Supermarkt. Alternativ funktioniert auch normales Weizenmehl.
Zubereitung in 8 Schritten
-
Kichererbsen einweichen: Getrocknete Kichererbsen über Nacht (mind. 12 Stunden) in reichlich Wasser einweichen. Nicht kochen – sie müssen roh bleiben, sonst zerfallen die Falafel. Am nächsten Tag abgießen.
Nach 12 Stunden Einweichen haben die Kichererbsen ihr Volumen verdoppelt. -
Zutaten abtropfen: Kichererbsen abgießen und sehr gut abtropfen lassen. Auf einem Küchentuch trocken tupfen – Feuchtigkeit ist der Feind der Falafel.
Gründlich trocken tupfen – das entscheidet über knusprig oder matschig. -
Zwiebel und Knoblauch vorbereiten: Zwiebel schälen und grob würfeln, Knoblauch schälen. Petersilie und Koriander waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen.
Zwiebel, Knoblauch und frische Kräuter – die Basis für den Geschmack. -
Masse mixen: Kichererbsen, Zwiebel, Knoblauch und Kräuter im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer groben, leicht krümeligen Masse verarbeiten. Nicht zu fein – sonst wird es ein Brei.
Die Masse soll grob und krümelig bleiben – nicht pürieren! -
Würzen und binden: Kreuzkümmel, Koriander, Salz, Pfeffer, Backpulver und Kichererbsenmehl unterrühren. Die Masse 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen – so bindet sie besser.
Gewürze, Backpulver und Mehl unterrühren – dann 15 Minuten ruhen lassen. -
Falafel formen: Mit feuchten Händen etwa 12–14 gleich große Bällchen (Ø 3 cm) formen. Leicht flach drücken – so garen sie gleichmäßiger.
Gleichmäßige Bällchen formen – leicht flach drücken für bessere Garung. -
Im Airfryer garen: Airfryer auf 185 °C vorheizen. Falafel mit Olivenöl bestreichen, in den Korb legen (nicht übereinander!) und 14–18 Minuten garen. Nach der Hälfte wenden.
Nicht übereinander legen – so werden alle Seiten gleichmäßig knusprig. -
Servieren: Falafel heiß servieren – mit Hummus, Tahin-Sauce, Salat und Fladenbrot. Mit Sesam und Petersilie garnieren.
Servierfertig – mit Hummus, Salat und Zitrone ein Genuss.
Häufigster Fehler
Wenn die Falafel im Airfryer auseinanderfallen, liegt es fast immer an zu viel Feuchtigkeit. Kichererbsen gründlich abtropfen und trocken tupfen, die Zwiebel nicht zu fein hacken und die Masse vor dem Formen 15 Minuten kühlen. Zur Not 1 EL mehr Mehl zugeben.
Opas Tipps, Varianten & Aufbewahrung
Opas Tipps
- Kichererbsen niemals kochen: Rohe, nur eingeweichte Kichererbsen sind das Geheimnis.
- Kräuter großzügig: Petersilie und Koriander geben Farbe und Frische – ruhig die ganze Bund-Menge verwenden.
- Masse ruhen lassen: 15 Minuten im Kühlschrank – bindet besser und lässt sich leichter formen.
- Nicht übereinander legen: Im Airfryer-Korb mit Abstand – so werden alle Seiten knusprig.
- Halbzeit wenden: Nach etwa 8 Minuten einmal wenden für gleichmäßige Bräune.
Leckere Varianten
- Rote-Bete-Falafel: 100 g geraspelte Rote Bete unter die Masse mischen – gibt eine schöne rosa Farbe.
- Süßkartoffel-Falafel: 150 g gekochte Süßkartoffel untermischen – etwas süßer, sehr lecker.
- Mit Sesam: Vor dem Garen die Bällchen in Sesam wälzen – gibt eine extra knusprige Kruste.
- Mit Chili: ½ TL Chiliflocken in die Masse – für eine scharfe Note.
- Kichererbsen-Aquafaba: Das Einweichwasser auffangen und als Ei-Ersatz für andere Rezepte verwenden (z.B. Mayonnaise).
Aufbewahrung & Meal-Prep
Reste richtig aufbewahren
Gebackene Falafel halten sich im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter bis zu 3 Tage. Zum Aufwärmen im Airfryer bei 160 °C für 4–5 Minuten – so werden sie wieder knusprig.
Einfrieren: Roh geformte Falafel auf einem Blech vorfrieren, dann in einen Gefrierbeutel geben – bis zu 3 Monate haltbar. Direkt aus dem Gefrierschrank im Airfryer bei 185 °C etwa 20 Minuten garen.
Beilagen & Saucen
- Tahin-Sauce: Sesammus mit Zitronensaft, Knoblauch und Wasser verrühren.
- Hummus: Kichererbsenpüree mit Tahin, Zitrone und Olivenöl.
- Joghurt-Knoblauch-Sauce: Bei veganer Variante mit Sojajoghurt.
- Amba: Mangochutney – orientalische Spezialität.
- Frischer Salat: Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Petersilie mit Zitrone und Olivenöl.
Nährwerte pro Falafel (ca. 30 g)
Kichererbsen sind reich an pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten. Falafel aus dem Airfryer enthalten bis zu 80 % weniger Fett als frittierte Varianten. Alle Angaben sind Schätzungen.
Garzeiten auf einen Blick
| Variante | Temperatur | Garzeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klassische Falafel (Ø 3 cm) | 185 °C | 14–18 Min. | Empfohlen |
| Größere Falafel (Ø 4 cm) | 180 °C | 18–20 Min. | Etwas länger |
| Kleine Falafel (Ø 2 cm) | 185 °C | 12–14 Min. | Als Snack |
| Aus dem Gefrierschrank | 185 °C | 20 Min. | Ohne Auftauen |
| Aufwärmen (gegart) | 160 °C | 4–5 Min. | Wieder knusprig |
Alle Angaben sind Richtwerte. Garzeiten variieren je nach Airfryer-Modell und Größe der Falafel.
Häufige Fragen zu Falafel aus dem Airfryer
Kann ich für Falafel auch Kichererbsen aus der Dose verwenden?
Nein, für echte Falafel musst du getrocknete Kichererbsen verwenden. Kichererbsen aus der Dose sind bereits gekocht und enthalten zu viel Feuchtigkeit – die Falafel würden im Airfryer zerfallen. Nur rohe, eingeweichte Kichererbsen ergeben die typisch knusprige Konsistenz.
Warum zerfallen meine Falafel im Airfryer?
Meist liegt es an zu viel Feuchtigkeit. Die Kichererbsen müssen nach dem Einweichen sehr gut abtropfen und trocken getupft werden. Auch die Zwiebel sollte nicht zu viel Wasser abgeben – im Zweifel die Zwiebel vorher kurz in einem Sieb abtropfen lassen. Das Kichererbsenmehl (oder Weizenmehl) bindet zusätzlich.
Muss ich die Falafel im Airfryer wenden?
Ja, nach etwa 8 Minuten einmal wenden, damit sie von beiden Seiten gleichmäßig goldbraun werden. So vermeidest du auch, dass sie auf einer Seite zu dunkel werden.
Kann ich Falafel einfrieren?
Ja, sowohl roh als auch gebacken. Roh geformte Falafel auf einem Blech vorfrieren, dann in einen Gefrierbeutel geben – bis zu 3 Monate haltbar. Gebackene Falafel können ebenfalls eingefroren werden, am besten bei 160 °C im Airfryer für 5–6 Minuten aufbacken.
Welche Sauce passt zu Falafel?
Klassisch: Tahin-Sauce (Sesammus mit Zitrone und Wasser), Hummus, Joghurt-Knoblauch-Sauce (bei veganer Variante: Sojajoghurt) oder Amba (Mangochutney). Auch ein einfacher Tomaten-Salat mit Zitrone und Petersilie passt hervorragend.
Hintergrundwissen: Die Geschichte der Falafel
Falafel sind ein traditionelles Gericht der levantinischen Küche und haben eine lange Geschichte. Der Name leitet sich vermutlich vom arabischen filfil (Pfeffer) ab – oder von falfala (zerkleinern). Die frühesten Belege für frittierte Kichererbsenbällchen finden sich im Ägypten des 19. Jahrhunderts, wo sie als Straßenessen verkauft wurden. Von dort verbreiteten sie sich über die Levante bis in die Türkei und nach Israel.
Traditionell werden Falafel in heißem Öl frittiert. Im Jemen und in Ägypten heißen sie Ta'ameya und werden mit dicken Bohnen statt Kichererbsen zubereitet – eine Variante, die ebenfalls sehr lecker ist.
Falafel heute – ein weltweiter Klassiker
Heute sind Falafel auf der ganzen Welt beliebt: als Streetfood im Fladenbrot, als Mezze auf dem Teller oder als Beilage zu Salat und Hummus. In Israel, Palästina, Syrien, Libanon, Jordanien und Ägypten gehören sie zum kulinarischen Alltag – und in Europa sind sie längst ein fester Bestandteil der vegetarischen und veganen Küche.
Warum der Airfryer Falafel so zugänglich macht
Klassisches Frittieren erfordert viel Öl, eine Fritteuse und Erfahrung mit der richtigen Öltemperatur. Der Airfryer nimmt all das ab: Die Falafel werden bei 185 °C gleichmäßig gegart und mit nur 2 EL Olivenöl außen knusprig. Für Kochanfänger, Gesundheitsbewusste und alle, die weniger Fett möchten, ist das ein enormer Gewinn.
Wissenschaftlich betrachtet entsteht die goldbraune Kruste durch die sogenannte Maillard-Reaktion – eine Bräunungsreaktion zwischen Aminosäuren und Zuckern, die bei 140–165 °C einsetzt. Sie ist für den typischen Röstaroma-Geschmack verantwortlich. Im Airfryer wird sie durch die intensive Heißluftzirkulation besonders gleichmäßig erreicht.
Kichererbsen – ein Superfood mit Tradition
Kichererbsen werden seit über 7.000 Jahren kultiviert – sie gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ursprünglich in der Türkei und im Nahen Osten beheimatet, verbreiteten sie sich über Indien, den Mittelmeerraum bis nach Europa. Kichererbsen sind reich an pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen, Eisen und Folat – und damit eine der wertvollsten pflanzlichen Proteinquellen.
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